Kleine Stadt mit großer Geschichte

 

1252 wird Stolberg erstmalig urkundlich erwähnt und hat seither eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Sie wurde geprägt von der Herrschaft der Stolberger Grafen, ihre Blütezeit erlebte sie mit dem Bergbau im Mittelalter.


Kriege hat sie weitestgehend unbeschadet überstanden, diesem Umstand verdankt die Stadt die Vielfalt historischer Fachwerkarchitektur in einer einzigartigen Bandbreite für den Harzer Raum.

 

Im 19. Jahrhundert wurde Stolberg für den Tourismus entdeckt, mit der Bahnlinie war der Ort von den Ballungszentren Halle - Leipzig schnell zu erreichen, diese neue Einnahmequelle hat neben dem Dienstleistungssektor und der Forstwirtschaft bis heute Bestand.

 

Und dieser Bestand kann sich sehen lassen, denn der Ort, seine Ausdehnung, der Straßenverlauf und auch ein sehr großer Teil der Bebauung, hat sich seit Jahrhunderten fast garnicht verändert.

 

Geblieben ist eine Symbiose aus einer traumhaften Natur, mit einer darin eingebetteten Stadt, welche manche große Geschichte zu erzählen hat.

 

Was Sie heute vorfinden, war auch schon vor 100 oder 200 Jahren so und das macht den Charme unserer Stadt zu einem großen Teil aus.

     
         
         
Geschichte der Stadt Stolberg        
 

Historie Stolbergs

 
         
  Den nachfolgenden kurzen historischen Abriss zur Stolberger Geschichte hat der " Stolberger Geschichts- und Traditionsverein e.V. " zusammengetragen.
 

     
         
  1200 - 1500

 

1210 - erste Erwähnung der Grafen zu Stolberg.

1252 - früheste Nennung der Stadt in einer Urkunde. vor 1300 - erfolgte wahrscheinlich die Verleihung des Stadtrechts und damit auch der Bau des ersten Rathauses.

1300 - erhielt die kleine verfallene Kirche am Berg Hilfe mit der Gewährung eines päpstlichen Ablassbriefes. Das ist der erste schriftliche Hinweis auf die Martini-Kirche. Der Bau ist wesentlich älter, wie der romanische Turm zeigt.

1333 - erste Erwähnung des Hospitals.

1392 - schlossen Graf Heinrich zu Stolberg und Landgraf Balthasar von Thüringen einen Vertrag über die Verteilung der Anteile an der Ausbeute der Bergwerke sowie deren Verarbeitung in Hütten und Münzwerkstätten. Übrigens wird auch festgelegt, dass niemand neue Bergwerke anlegen und unter das Schloss Stolberg oder andere Schlösser Stollen treiben dürfe.

1436 – erließ Graf Bodo eine Kirchenordnung für Stolberg, in der er die Pflichten des Pfarrers und der 14 Vikare von St. Martini sowie für die Julianen-Kapelle auf der Burg und die Kapelle St. Crucis sowie das Hospital regelt.

1450 – verbot Graf Bodo den Sonntagsmarkt einschließlich des Öffnens der Wirtshäuser und den Verkauf von Waren in Häusern, d.h. in den Läden.

1452 - entstand anstelle der Grundstücke von Richenbach, Schartfeld und Randolf neben dem Kirchstieg das neue Kaufhaus mit Tanzboden und Schule über drei Etagen. Erst seit etwa 1709 wurde dieses Gebäude als Rathaus genutzt.

um 1490 – wurde Thomas Müntzer in Stolberg geboren. Die Familie wohnte in einem Haus neben dem damaligen Rathaus am Saigerturm.

1499 - fand die Kirchweihe nach dem großen Umbau der St. Martini-Kirche statt. Der Pfarrer Ulrich Rißpach (bereits 1488 verstorben) hatte diesen Umbau nicht nur angeregt, sondern auch zu einem großen Teil aus eigenen Mitteln finanziert.

 

1500 - 1800

 

1521 - wurde in der St. Martini-Kirche das Evangelium schon in deutscher Sprache gelesen. J. Spangenberg übersetzte in Stolberg und Nordhausen die Liturgie und Texte der Kirchenlieder ins Deutsche, was ihm den Namen "Vater des deutschen Kirchengesanges" einbrachte.

1525 - besuchte Martin Luther (1483-1546) Stolberg, um in der Stadtkirche (am 21.04.) gegen die aufständischen Bauern unter Führung von Thomas Müntzer zu predigen, ohne diese jedoch ernsthaft aufhalten zu können.
Thomas Müntzer wurde am 27. Mai nach der Schlacht bei Frankenhausen vor den Toren Mühlhausens hingerichtet.

1618-1648 - den 30jährigen Krieg hat Stolberg relativ unbeschadet überstanden, wenn man an Feuer und Zerstörungen denkt. Allerdings litt die Stadt ab 1626 regelmäßig unter Einquartierungen, Plünderungen und erpressten Kontributionen durch alle Kriegsparteien.

1717 - erschien die Stolbergische Stadt- und Kirchenhistorie, verfasst durch den Diakon Johann Arnold Zeitfuchs (1671-1742).

- Gräfin Sophie Eleonore zu Stolberg-Stolberg (1669-1745) sammelte ca. 40 000 Leichenpredigten.

1722/23 - ließ der Rat den Marktplatz von Stroh und Mist säubern, anschließend erfolgte erstmalig die Pflasterung mit gelesenen Steinen.

1724 - hatte die Stadt Stolberg insgesamt 2.583 Einwohner. Diese lebten in 15 steuerbefreiten Häusern, 127 Brauhäusern, 446 Bürgerhäusern und 13 Mühlen. J.H. Penther (1693-1749) führte die erste Vermessung der Stadt durch, deren Ergebnisse auf einem Stadtgrundriss überliefert sind.
- Erste große Sanierung des heutigen Rathauses. Dabei konstruierte Penther die Sonnenuhr, gemalt wurde sie vom gräflichen Hofmaler Johann Michael Schaffhirte.

1746 - wurde das alte Stolberger Rathaus neben dem Saigerturm abgerissen. Alle wiederverwendbaren Teile verkaufte der Rat an Interessenten in der Stadt.

1790 - brachte der Wegebaukommissar Ulbricht die Kartoffel nach Stolberg.
18. Jh. - entwickelte sich die Handweberei; zweigeteilte Türen, sog. Weber-Türen, wurden in einige Häuser eingebaut.

 
         
 

1800 - 1945

1823 - richtete man die Postkutschenlinie Harzgerode - Aschersleben ein.

1865 - wurden die ersten Gaslaternen in Betrieb genommen.

1866 - begannen im Kalten Tal die Straßenbauarbeiten.

1873/74 - erfolgte die Inbetriebnahme der ersten Telegraphenverbindungen nach Nordhausen und Harzgerode.

1893 - wurden die Stolberger Grafen gefürstet.

1896 - wurde das 38 m hohe Josephskreuz auf dem Auerberg eingeweiht, nachdem das im Jahre 1832 gebaute Holzkreuz durch einen Blitzschlag zerstört wurde.

1901 - führte man die elektrische Beleuchtung ein.

1911 - hielten sich 5004 Sommergäste in Stolberg auf.

1923 - fuhr am 23. Februar die letzte Postkutsche von Rottleberode nach Stolberg, am 1. März wurde die Eisenbahnverbindung nach Stolberg eröffnet.

 

1924 - gründeten historisch interessierte Stolberger den Heimat- und Geschichtsverein.


1930 - öffnet man den umgestalteten Mastenteich als Waldbad.


1932 - wurde der Harzgarten angelegt.

 

1945 - am 4. April fielen Bomben auf Stolberg. Dabei kamen acht Menschen ums Leben, zwei Häuser in der Niedergasse 79/81 wurden komplett zerstört. Bombensplitter trafen auch das Dach des Amtsgerichts.

 

 

1946 - 1989

1946 - überschwemmten am 9. Februar die Thyra und die Wilde als reißende Gebirgsbäche infolge heftiger Regenfälle zur Schneeschmelze für zwei Tage in einem bisher nicht gekanntem Ausmaße die Stadt, insbesondere in der Nieder- und Hintergasse standen die unteren Stockwerke mehrerer Häuser unter Wasser.

1949 - wurde die Stadt zum Luftkurort erklärt.

1951 - errichtete man auf dem Hainfeld ein Zentrales Pionierzeltlager.
- das Schloss wurde unter dem Namen "Comenius" als Erholungsheim für die Gewerkschaft "Unterricht und Erziehung" eingerichtet; der "Blaue Saal" diente als Konzert- und Festsaal, der "Rote Saal" wurde unter Denkmalschutz gestellt.
- fand die Eröffnung des Krankenhauses auf der Thyrahöhe statt.

1962 - besuchten 13 281 Personen das Heimatmuseum und 10 075 Gäste das Waldbad.

1985 - erhielt die Stadt eine Kaufhalle in der Rittergasse.

1989 - am 10. September wurde das Denkmal von Klaus Messerschmidt zum Müntzerjubiläum (500. Geburtstag) eingeweiht. Gleichzeitig erhielt die Stadt den Titel "Thomas-Müntzer-Stadt" verliehen.

 



 

 
         
 

1990 - heute

 

1990 - unterzeichneten die Städte Stolberg/Rheinland und Hardegsen/Solling Städtpartnerschaftsurkunden mit Stolberg (Harz).

1990-1994 - erfolgte der Ausbau der städtischen Infrastruktur und die unterirdische Verlegung von Ver- und Entsorgungsmedien 1993 - wurde der Stadt am 7. Januar der Titel "Historische Europastadt" verliehen.

1994 - erhielt Stolberg eine Goldplakette aus einem Bundeswettbewerb zur Erhaltung des historischen Stadtraumes.

1997-1998 - erfolgte die umfassende Restaurierung des Rathauses.

2001 - wurde am 27. Juni die Bahnstrecke Berga/Kelbra - Stolberg, die am 26. November 1995 stillgelegt worden war, wieder für den Zugverkehr freigegeben, auch wurde der regelmäßige, durchgängige Eisenbahnverkehr zwischen Leipzig und Stolberg wieder aufgenommen, wie er seit Ende der 60er Jahre bis 1990 schon üblich war.

2001 öffnete am 6. Dezember das Freizeitbad "Thyragrotte" seine Pforten.

2001 - wurde der regelmäßige, durchgängige Eisenbahnverkehr zwischen Leipzig und Stolberg wieder aufgenommen, wie er seit Ende der 60er Jahre bis 1990 schon üblich war.

 

2002 - erfolgte die Prädikatisierung zum anerkannten Luftkurort.
- mit der Vertragsunterzeichnung am 25. November wird das Schloss Stolberg durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übernommen

2006 - nach zahlreichen Veranstaltungen zur Feier des 500. Geburtstages der Gräfin Juliana von Stolberg wird am 23.09. ein Denkmales enthüllt. (Entwurf Prof. Göbel, Halle)

2007 - seit dem 9. Dezember verkehren Reisezüge nur noch am Wochenende

2008 - am 19. März werden im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, Teile des Stolberger Schlosses der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

2010 – Wurde die Stadt Stolberg in die gemeinde Südharz eingemeindet.
Nach 800 jähriger Geschichte wird Stolberg ein Ortsteil der Gemeinde Südharz und ist damit keine Stadt mehr.

 

2015 - Stolberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Südharz, darf aber wieder die Bezeichnung Stadt im Namen führen.

 

Wie schon seit 800 Jahren - Stadt Stolberg!

 

 
         
 

Mehr zur Geschichte des Hauses Stolberg und der ehemaligen Grafschaft Stolberg  

 

     
         
       
 

Stolberger Persönlichkeiten

 
         
 

Eine Reihe von Persönlichkeiten wurden in Stolberg geboren, wirkten an diesem Ort oder besuchten die Residenzstadt. Von hier aus wurde durchaus europäische Geschichte geschrieben.

Thomas Müntzer der Bauernführer wurde hier um 1489 geboren, oder Juliana zu Stolberg, sie wurde auf dem Schloss im Jahre 1506 geboren und gilt als Stammmutter des Hauses Oranien. Johann Gottfried Schnabel wirkte hier und schuf seinen Roman die Insel Felsenburg.

Martin Luther hielt sich im Jahre 1525, am Freitag nach Ostern in Stolberg auf und besuchte seinen Freund Reiffenstein. Bei einem Spaziergang durch die umliegenden Wälder kamen sie zu einem Platz auf einem südwestlichen Berghang über Stolberg und blickten auf die Stadt. Dort soll Luther folgendes gesagt haben: Er verglich die Stadt Stolberg gar füglich einem Vogel. Das Schloss meinte er, wäre der Kopf, der Markt der Rumpf die beiden Gassen die Flügel, die Niedergasse der Schwanz. (Wikipedia)

Sie können den Ort auch heute noch aufsuchen. Bei einem Spaziergang zum oberen Bandweg finden Sie eine Tafel mit diesem Ausspruch, welche natürlich an einer Buche angebracht ist.
Dieser Vergleich ist zwar nicht historisch belegt, auch ist die Buche nicht aus Luthers Zeit. Es ist jedoch eine schöne Geschichte und der grandiose Blick auf Stolberg ist fast der selbige wie zu seiner Zeit.
 

Sie können den Ort auch heute noch aufsuchen. Bei einem Spaziergang zum oberen Bandweg finden Sie eine Tafel mit diesem Ausspruch, welche natürlich an einer Buche angebracht ist.

 

 

Dieser Vergleich ist zwar nicht historisch belegt, auch ist die Buche nicht aus Luthers Zeit. Es ist jedoch eine schöne Geschichte und der grandiose Blick auf Stolberg ist fast der selbige wie zu seiner Zeit.

Sie sehen, dass Stolberg schon immer einen besonderen Stellenwert in der Geschichte einnahm und es ist interessant, sich damit näher zu beschäftigen.

 

Die Grafen zu Stolberg

Thomas Müntzer

Juliana zu Stolberg
Johann Friedrich Penther
Johann Arnold Zeitfuchs
Johann Gottfried Schnabel

 

Persönlichkeiten des Hauses Stolberg von denen mehrere in der deutschen und europäischen Geschichte Spuren hinterließen.