Grafen zu Stolberg        
 

Die Grafen zu Stolberg

 

     
 

Die Heimat eines der ältesten deutschen Grafengeschlechter findet sich in der Region um Harz und Nordthüringen.

Seit der ersten Erwähnung der Grafen zu Stolberg im Jahre 1210 sind 800 Jahre vergangen. In dieser Zeit prägte das Haus Stolberg die Region maßgeblich und hinterließ bis heute überall deutlich sichtbare Spuren.

Mit geschickter Politik (und einer gehörigen Portion Glück des Tüchtigen) entwickelten sich die Grafen im ausgehenden Mittelalter zum wichtigsten Geschlecht im Harzraum. Durch Erbe der Grafschaften Königstein im Taunus und Rochefort im heutigen Belgien sowie weiterer Besitzungen konnte auch im Westen des Reiches und damit in der unmittelbaren Umgebung des Kaisers Fuß gefasst werden. Bereits zum Ende des 16. Jahrhunderts mussten jedoch in ständigen Auseinandersetzungen mit den ungleich mächtigeren Nachbarn Kurmainz und Kursachsen zunehmend Rückschritte hingenommen werden. Die durch das Recht des Stärkeren begründeten Eingriffe der Kurfürsten in die Landeshoheit schränkten die Stolberger Grafen in ihren Rechten ein. Dennoch behielten sie ihre Reichsgrafenwürde und damit Sitz und Stimme im Reichstag bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806.

Als preußische Standesherren gehörten sie bis 1918 zum Hochadel. Die jeweils regierenden Häupter der Linien Stolberg-Wernigerode, Stolberg-Stolberg und Stolberg-Roßla wurden 1890 bzw. 1893 in den Fürstenstand erhoben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges flohen alle Mitglieder des Hauses Stolberg vor den sowjetischen Besatzungstruppen in die westlichen Zonen. Mit der Bodenreform 1945 wurden alle Besitzungen in Mitteldeutschland entschädigungslos enteignet. In der DDR-Zeit wurde durch einseitige Darstellungen die geschichtliche Rolle der Grafen verfälscht.

Unmittelbar nach dem Ende der DDR nahmen die Stolberger Fürsten und Grafen wieder freundschaftliche Kontakte in die alte Heimat auf. Heute gilt es, sich des gemeinsamen Erbes in einer zeitgemäßen Form anzunehmen.

Die Grafen zu Stolberg haben über einen Zeitraum von mehr als 700 Jahren die Geschichte der Region wie auch der Stadt Stolberg entscheidend mitgeprägt. Diese Seite will den Versuch unternehmen, die Rolle des Hauses Stolberg über die Jahrhunderte sachlich darzustellen.

Buch
Zur achthundertjährigen Geschichte des Geschlechts der Grafen zu Stolberg 1210 - 2010

Verlagstext Janos Stekovics:
Stolberg 1210–2010
Zur achthundertjährigen Geschichte des Geschlechts
Herausgegeben von Philipp Fürst zu Stolberg-Wernigerode und
Jost-Christian Fürst zu Stolberg-Stolberg

320 Seiten
245 farbige Abbildungen, 23 Musterblätter und Stammbaum
gebunden, Schutzumschlag
21,5 x 28 cm
38,00 Euro
ISBN 978-3-89923-252-3

Besucht man heute den Harz, trifft man zwangsläufig auf den Namen Stolberg. Zum einen verbirgt sich dahinter ein Ort und zum anderen eine der wohl ältesten Familiengeschichten in Sachsen-Anhalt. Das Geschlecht der Grafen zu Stolberg ist vor 800 Jahren mit Heinrich erstmals urkundlich erwähnt.

Dieses Jubiläum ist Anlass, sich einmal auf eine andere Weise mit der Entwicklung einer hochadligen Familie zu beschäftigen. Anhand von zwölf Persönlichkeiten aus dem Hause Stolberg wird die Geschichte rund um ein altes Adelsgeschlecht mit vielfältigen europäischen Verbindungen über die Jahrhunderte lebendig. Die Anfänge des Hauses unter Graf Heinrich, die Grafen Botho II. und Ludwig II., die die Grafschaft Wernigerode und Besitzungen im Rhein-Main-Gebiet erwarben, die mit der Blüte des Silberbergbaus um 1700 und der Zeit des Dichters Schnabel verbundenen Grafen Christoph-Friedrich und Jost-Christian, die Zeit des Pietismus unter Graf Christian Ernst oder die um 1800 literarisch tätigen Brüder Christian Friedrich und Henrich.

 

 

Daneben stehen Persönlichkeiten wie der Dichter und Staatsmann Friedrich Leopold und der Vizekanzler Bismarcks Fürst Otto, aber auch Frauen wie Juliana zu Stolberg, die Mutter Wilhelms von Oranien, der die Niederlande im Unabhängigkeitskampf gegen Spanien führte, Sophie Eleonore, die eine der größten noch erhaltenen Sammlungen sogenannter Leichenpredigten zusammentrug, und Luise Maximiliana, besser bekannt als Gräfin Albany, die Frau des letzten Stuart Bonnie Prince Charlie, die berühmt für ihre politisch-literarischen Salons in Paris und Florenz, aber auch für ihre Affären mit dem Dichter Alfieri und dem Maler Fabre ist.
 

Die einzelnen Beiträge, die die heutige Verbindung zur Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die seit 2002 Eigentümerin des Stammschlosses der Familie in Stolberg ist, runden das Bild eines mehr als 800 Jahre bestehenden Geschlechtes ab. Die Herausgeber, die Vertreter der noch bestehenden Linien Stolberg-Stolberg und Stolberg-Wernigerode, konnten als Autoren renommierte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland gewinnen, die schon seit Jahren mit den Themen vertraut sind.

 

Aus dem Inhalt:
Jörg Brückner: Über die Anfänge des Hauses unter Graf Heinrich I. (1200-1239)
Jörg Brückner: Besitzerweiterung durch Graf Botho II. zu Stolberg (1455)

Friedrich Stöhlker: Aufstieg des Hauses und Einfluss am Kaiserhof durch Graf Ludwig II. (1505-1574)

Hans Smit: Liebe Fraw Mutter hertzlieber Son. Die Korrespondenz zwischen Prinz Wilhelm von Oranien (1533-1584) und seiner Mutter Gräfin Juliana zu Stolberg und Wernigerode (1506-1580)

Gört Guido Schulz: Die Blüte des Bergbaus und der Münze im Harz unter Graf Christoph Friedrich zu Stolberg-Stolberg (1672-1738) und Graf Jost-Christian zu Stolberg-Roßla (1676-1739)

Gerd Schubert: Mein Ammt ist, aller Welt zu sagen, was sich in Stolberg zugetragen. Johann Gottfried Schnabel, Kammerdiener des Grafen Christoph Friedrich zu Stolberg-Stolberg (1672-1738) und Schriftsteller in der Residenz Stolberg in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Elisabeth Quast: Christian Ernst Graf zu Stolberg-Wernigerode (1691-1771) und der Pietismus

Jill Bepler und Cornelia Niekus Moore: Zur Erinnerung und Erbauung. Sophie Eleonore Gräfin zu Stolberg-Stolberg (1669-1745) und ihre Leichenpredigtsammlung

Dirk Hempel: Friedrich Leopold Graf zu Stolberg-Stolberg (1750-1819) Dichter, Staatsmann,

Konvertit Olivier de Trazegnies: Prinzessin Luise Maximiliana zu Stolberg-Gedern, Königin von England, Schottland, Frankreich und Irland alias Gräfin von Albany (1752-1824)

Uwe Lagatz: Zeitenwende. Graf Christian Friedrich (1746-1824) und Graf Henrich (1772-1854) zu Stolberg-Wernigerode

Steffen Wendlik: Otto Fürst zu Stolberg-Wernigerode (1837-1896) Standesherr, Politiker und Unternehmer Klaus Trouet:Privates Engagement in der Denkmalpflege am Beispiel Schloss Stolberg und Schloss Kloster Ilsenburg

Claudia Christina Hennrich: Die baugeschichtliche Entwicklung des Schlosses Stolberg im Harz, der Stammsitz des Hauses Stolberg.

Das Buch ist leider vergriffen.


Quelle: Stolberger Geschichts- und Traditionsverein e.V.

 

 
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